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Der Camino: Jakobsradweg:


Camino Jakobsweg Jakobsradwegq

Etappe 14: Santiago de Compostella nach Cap Finisterre



[Essen&Wohnen | Orte am Weg | Kurzbeschreibung | Karte | Anschlußtouren ]
Stand: 17.03.2017

 

Kurzbeschreibung Jakobsradweg:


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Bedingt durch eine starke Erkältung und Fieber hatten wir beschlossen, die Fahrt zum obligatorischen Kap Finisterre mit einem Mietwagen zu machen.

Das waren zwar nur 92 km aber es gibt keine verkehrsberuhigten Straßen, man fährt voll im Verkehr mit. Die Straßen sind zwar sehr gut, aber es gibt viele Anstiege und Abfahrten.
Es war für uns nach den vielen Radkilometern ohne Ruhetag ein echter Genuss, einfach das rechte Bein etwas mehr nach vorne aufs Gaspedal zu strecken und dann gings bergauf, mit dem Rad hätten wir heute eine echte Motivationsspritze gebraucht, denn mit Gepäck geht es in den Bergen in einem der untersten Gänge und auch dann nur behäbig nach oben.

Streckenlänge: 92,0 km

Bikeline
Der Jakobsradweg

Karte:


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Orte am Weg:


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Santiago de Compostella
Cap Finisterre

Zimmer auf der Tour

Veranstalter Jakobsradweg

Karten
Jakobsradweg
Touristische Karten
Elektronische Karten

Sportausrüstung

Fahrräder & Zubehör
Navigation, GPS
Reifen und Ausrüstung


Zeichenerklärung, Legende:

-> Ort: zeigt die Entfernung zum nächsten Ort
<- Ort: zeigt die Entfernung zum vorherigen Ort, also rückwärts
->0 Ort: zeigt die Entfernung zum Etappenziel
0<- Ort: zeigt die Entfernung zum Ausgangspunkt


Santiago de Compostella


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Entfernungen: -> Cap Finisterre: 92,0 km, <- Santiago: 0,0 km,
->O Ziel: 92,0 km, O<- Ausgangspunkt: 0,0 km

INFO: Santiago de Compostella ist eine große Stadt. Und nach einem gewonnenen Halbfinalspiel der Spanier tobt die Stadt bis in den Morgen.

"Plaza del Toros" in Pamplona am Abend.

Das Feiern bis in den Morgen

INFO: So ist an Schlaf erst wenig zu denken und gleich darauf klingelt der Wecker.

Heute steht schon vor dem Frühstück die Besichtigung der Kathedrale auf dem Plan.
Wir laufen über den großen Platz der Kathedrale und freuen uns darüber, dass gestern abend das weiche Abendlicht die Kirche so herrlich beleuchtet hatte, denn heute morgen fanden wir sie logischerweise im Gegenlicht.
Das Hauptportal war noch geschlossen.

Über den Nordeingang kamen wir ins Kirchenschiff, in dem gerade eine Messe stattfand. Findige Reiseführer machten schon heimlich Führungen.

"Plaza del Toros" in Pamplona am Abend.

Die Figur des Heiligen Jakobus in der Kirche

INFO: Zu allem Überfluss rannte eine japanische Amateurfilmgruppe durch das Kirchenschiff, wahrscheinlich ohne zu wissen, welchen Sinn ein christlicher Gottesdienst hat.
Auf dem Hauptaltar steht eine große Jakobsfigur, die man über eine kleine Treppe von hinten erreicht. Der richtige Pilger geht dort hoch und umarmt die Figur von hinten, sozusagen als Höhepunkt der Pilgerreise.
Was die gesamte japanische Gruppe dort tut, bleibt uns unverständlich.

Die Jakobskathedrale ist von außen in einem Feudal-Stil gehalten. Innen ist sie jedoch in unverfälschtem romanischen Stil als dreischiffige Basilika erhalten geblieben.
Die unteren Rundbogen wiederholen sich verdoppelt nach oben.
Auch die Seitenkapellen haben wenig von ihrer urprünglichen Form verloren.

"Plaza del Toros" in Pamplona am Abend.

Kirchenschiff in Santiago de Compostella

INFO: "Und wenn die Messe in spanisch abläuft erinnert das an ein lateinisches Hochamt und der Ministrant in mir singt mit."
So war der Kirchenbesuch bis zum Segen ein echtes Erlebnis - nur die kulturell anders denkenden Völker sollten von ihren Reiseführern aufgeklärt werden und nicht hyperaktiv während der Messe fotografieren.

 



Cap Finisterre


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Entfernungen: -> Cap Finisterre: 0,0 km, <- Santiago: 92,0 km,
->O Ziel: 0,0 km, O<- Ausgangspunkt: 92,0 km

Bedingt durch eine starke Erkältung und Fieber hatten wir beschlossen, die Fahrt zum obligatorischen Kap Finisterre mit einem Mietwagen zu machen.

Das waren zwar nur 92 km aber es gibt keine verkehrsberuhigten Straßen, man fährt voll im Verkehr mit. Die Straßen sind zwar sehr gut, aber es gibt viele Anstiege und Abfahrten.
Es war für uns nach den vielen Radkilometern ohne Ruhetag ein echter Genuss, einfach das rechte Bein etwas mehr nach vorne aufs Gaspedal zu strecken und dann gings bergauf, mit dem Rad hätten wir heute eine echte Motivationsspritze gebraucht, denn mit Gepäck geht es in den Bergen in einem der untersten Gänge und auch dann nur behäbig nach oben.

Das Gebiet vor dem Meer ist wieder durch Nadelbaum- und Bambuswälder geprägt. Bei den Häusern stehen immer noch die "Horreos", die als Getreidespeicher bezeichnet werden.

Als größere Orte liegen "Negreira", "Ordoeste", "Brandomil", "Bainas" und "Olvereioa" auf dem Weg nach "Cee", wo wir das Meer erreichen.

"Plaza del Toros" in Pamplona am Abend.

Auf dem Weg zum Kap Finisterre

Erst in "Corcubian" kommt langsam ein Meerarm ins Blickfeld.
Die armen Radfahrer! Die Küstenstraße steigt und fällt die ganze Zeit bis sie in "Finisterre" den letzten Ort erreicht. Von hier aus sind es noch 3,5 Kilometer bis zum Kap mit dem Leuchtturm!

Hier dachten schon die Römer, das sei das Ende der Welt.
Eigentlich endet der Jakobsweg hier. Zwei eiserne Schuhe markieren das Ende des Pilgerweges.
Tatsächlich haben wir insgesamt 6 Radfahrer und 4 Wanderer gesehen.
Alle Achtung, wir hätten das ohne mentale Aufmunterung nicht mehr geschafft.

Wir besichtigen das Kap mit seinem Leuchtturm. Plötzlich galuben wir eine Robbenkolonie zu sehen, die sich um ein Kreuz schart.
Die Kolonie entpuppt sich als Nonnenausflug, die sich alle mit ihrer Oberin vor dem Kreuz fotografieren lassen.

"Plaza del Toros" in Pamplona am Abend.

Festung in Finisterre

Wir mieten uns abends in einem Landhaus in der Höhe ein. Mit Meerblick natürlich!
Im Haus gibt es auch ein Hausmenü. Als wir fragen, was es gibt, heißt es: Seafood, Fish and Postres.

Wir essen dann etwas sehr Leckeres, sieht aus wie eine sehr lange Muschel in zwei Schalen, schmeckt etwas nach Spargel.
Als Hauptgang kommen dann große Fischstücke in einem Kartoffelbett mit Erbsen.

"Plaza del Toros" in Pamplona am Abend.

Was ist das: Seespargel oder Muschelspargel?

Der Nachtisch (den kennen wir schon von gestern) ist eine Trestertorte mit Honig und Schokoladensoße. Dieser gehört zu der "Hüftgoldsorte", denn man fühlt geradezu die Kalorien.

"Plaza del Toros" in Pamplona am Abend.

Katz und Hund im Sonnenuntergang

Dann müssen noch einige Schritte gemacht werden, es ist bereits wieder 22.15 Uhr. Der Sonnenuntergang nach Westen dauert aber bis nach halb elf Uhr, so dass noch einige Fotos gemacht werden können.

"Plaza del Toros" in Pamplona am Abend.

Sonnenuntergang am Kap Finisterre

Nachdem das Wetter auf unserer kompletten Reise, bis auf einen absehbaren Schauer sehr gut war und wir vor allem gesund ankamen, sind wir voller Dankbarkeit und freudiger Erinnerungen.
Wir hatten durchweg positive Begegnungen und Erfahrungen mitnehmen dürfen.

"Plaza del Toros" in Pamplona am Abend.

Die Pilgerfigur vor Finisterre

Allerdings ist uns bewusst die Übernachtuung im Refugio, der günstigen Pilgerherberge, verwehrt geblieben. Dazu sind wir wahrscheinlich zu verwöhnt und außerdem ist der Aufwand an Technik und Internet-Logistik im Stockbett im Refugio vermutlich nicht möglich.

Aber damit können wir leben. Wir haben den Camino nicht nur als Pilgerweg, sondern noch mehr als Kulturweg verstanden, die Baustile der Kirchen und Städte und die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten war uns genauso wichtig, wie die Erfahrung der Esskultur, dem Kennenlernen neuer Rezepte.
Wir haben weitaus mehr erlebt als die "Durchfahrer" und "Schnellläufer", die ohne sich umzuschauen nur ans Ziel kommen wollen; auch solchen sind wir begenet.
Begeistert hat uns die Freundlichkeit der Bevölkerung, die Hilfsbereitschaft wenn wir uns unschlüssig waren oder den Weg suchten. Sofort war ein "gelber Engel" zur Stelle.
Oft galt uns ein begeistertes Winken oder einen Daumen nach oben als Anerkennung. "Bon Camino" kam aus vielen Mündern.

Als wir ankamen, wogen wir komischerweise mehr als bei der Abfahrt, trotz über 12.000 Höhenmetern und fast 900 Kilometern.

Unser Tag war durch die Bedienung der Technik, das Speichern und Auslesen der Bilder fast 3.500 Bilder länger als bei vielen anderen Pilgern.

"Plaza del Toros" in Pamplona am Abend.

Entlang dem Kap Finisterre

Heute haben wir einen "Wandertag" eingelegt und sind etwa 10 Kilometer über Berge und entlang der Küste zum Kap Finisterre gewandert.

"Plaza del Toros" in Pamplona am Abend.

Heide und Ginster

An der Küstenstraße ging es dann zurück in den Ort "Finisterre".

"Plaza del Toros" in Pamplona am Abend.

Kirche in Finisterre mit dem obligatorischen Calvaire (Kreuz)

In unserem Hotel mit Meerblick haben wir das letzte Abendessen bekommen; hervorragend, wenn wir beim ersten Gang auch nicht wussten, was es ist.

"Plaza del Toros" in Pamplona am Abend.

Meerstiere als Überraschung

Der zweite Gang war Dorade auf Kartoffel-Paprikabett und der dritte Flan mit Pfirsichen und Himbeersirup. Dazu ein regionaler Weißwein und ein Hierbas.

"Plaza del Toros" in Pamplona am Abend.

Dorade im Kartoffelbett

Morgen ist noch Auslümmeln, Packen Verstauen der Räder und Heimflug, am Montag erwartet uns wieder die Arbeit und der Alltag.

Und natürlich hoffen wir morgen auf einen Sieg der deutschen Mannschaft!

Bon Camino!



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Alle Jakobsradweg-Etappen im Überblick

1. Etappe: Von Pamplona nach Estella, Länge: 67,0 km
2. Etappe: Von Estella nach Logrono, Länge: 52,0 km
3. Etappe: Von Logrono nach Santo Domingo, Länge: 74,0 km
4. Etappe: Von Santo Domingo nach Burgos, Länge: 98,0 km
5. Etappe: Von Burgos nach Castrogeriz, Länge: 63 km
6. Etappe: Von Castrogeriz nach Sahagun, Länge: 92,5 km
7. Etappe: Von Sahagun nach Leon, Länge: 60,0 km
8. Etappe: Von Leon nach Astorga, Länge: 66,0 km
9. Etappe: Von Astorga nach Ponferrada, Länge: 57,8 km
10. Etappe: Von Ponferrada nach Pedrafita de Cebreiro, 56,5 km
11. Etappe: Von Pedrafita de Cebreiro nach Portomarin, 78,5 km
12. Etappe: Von Portomarin nach Arzua, Länge: 59,5 km
13. Etappe: Von Arzua nach Santiago de Compostella, 50,4 km
14. Etappe: Von Santiago de Compostella nach Cap Finistere

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